Südtirol ist für uns längst ein fester Bestandteil der Motorradsaison. Jedes Jahr zieht es uns in diese Region, nicht nur, weil einige von uns dort verwurzelt sind, sondern auch, weil man nirgendwo sonst auf so engem Raum eine solche Fülle an Pässen und abwechslungsreichen Routen findet. Diesmal nehmen wir dich mit auf eine Tagestour, die gleich drei Highlights verbindet: die imposanten Drei Zinnen am Misurinapass, den Falaregapass und das legendäre Grödner Joch inmitten der Dolomiten. Drei Strecken, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber beide mit grandiosen Ausblicken, flüssigen Kurven und echtem Südtirol-Feeling überzeugen.
In diesem Beitrag
Reifenempfehlung für diese Tour! Wir sind diese Tour mit dem Michelin Road 6 gefahren und haben es nicht bereut. Er ist einer der besten Tourenreifen mit mächtig Grip, einer guten Agilität und einem hervorragenden Nassgrip. Mehr Infos zum Reifen hier: Michelin Road 6 Test, oder im dazu passenden Michelin Road 6 Testvideo.
Hotelempfehlungen in Südtirol (Pustertal)
Anbei noch einige Hotelempfehlungen für die Einkehr während des Aufenthalts im Motorradparadies.
Motorradtour 3 Zinnen (Misurinapass) und Grödner Joch
Diese Motorradtour verbindet insgesamt 5 Pässe in den Dolomiten ohne Umwege und ist laut unserer Meinung nach einer schönsten Touren, die man an einem Tag fahren kann. Zudem gibt es einige schöne Sehenswürdigkeiten entlang der Route. Wir haben uns für 3 Highlights entschieden. Die Route kann aber noch deutlich erweitert werden, das wird aus unserer Sicht dann aber zu viel für einen Tag.
Tourdaten:
- 210 Kilometer
- Dauer: 4:40 Minuten (reine Fahrzeit ohne Stopps)
- Anstieg: 3512m
- Tatsächlich benötigte Zeit: 7-8 Stunden bei kurzer Verweilzeit an den Sehenswürdigkeiten + Mittagspause. 9-10 Stunden beim Erkunden der 3 Zinnen und kleine Wanderungen zu den beliebten Fotospots (einfach, auch in Motorradtextilbekleidung machbar).
Sehenswürdigkeit: Dürensee
Bevor die eigentliche Tour so richtig beginnt, lohnt es sich bereits, am Dürensee einen kurzen Halt einzulegen. Der idyllisch gelegene Bergsee liegt direkt an der Strecke und ist kaum zu verpassen – egal, ob man die Runde im oder gegen den Uhrzeigersinn fährt. Besonders morgens, wenn die umliegenden Gipfel sich im klaren Wasser spiegeln, bietet sich hier ein perfektes Fotomotiv. Viele Biker nutzen den Platz, um kurz durchzuatmen, ein paar Bilder zu machen und die Aussicht zu genießen, bevor es weiter in die Dolomiten hinein geht. Der Dürensee ist somit ein idealer Startpunkt, der schon zu Beginn der Tour Lust auf mehr macht.

3 Zinnen Misurinapass
Der Misurinapass mit dem Abzweig zu den Drei Zinnen ist für viele Motorradfahrer ein echtes Highlight – nicht nur wegen der kurvenreichen Straße, die sich bis zur Mautstation hochschlängelt. Wer jedoch ganz nach oben zu den weltberühmten Drei Zinnen möchte, muss sich im Vorfeld unbedingt ein Ticket sichern. Für Motorradfahrer liegt der Preis bei 20€, wobei es sich offiziell um ein Parkticket handelt – tatsächlich ist es aber die Eintrittskarte, um weiterzufahren. Eine spontane Auffahrt ist praktisch unmöglich, selbst Einheimische haben ohne Reservierung keine Chance. In unserem Fall fehlte die Vorbereitung, sodass wir nur bis zur Schranke gelangten. Trotzdem lohnt sich schon dieser Abschnitt: Die Anfahrt bietet herrliche Kurven, kurz vor der Mautstation laden Restaurants und Aussichtspunkte zu einer Pause ein, und die Kulisse eignet sich perfekt für eindrucksvolle Fotos. Auch wenn man nicht bis ganz nach oben kommt, ist der Weg dorthin bereits ein Erlebnis.
TIPP: Wer dennoch zu den 3 Zinnen hoch will, aber kein Ticket für das Motorrad hat, der kann auch für 10€ mit dem Shuttle Bus hochfahren (Rückfahrt inklusive).



Sehenswürdigkeit: Misurinasee
Der Misurinasee liegt direkt unterhalb des Misurinapasses und ist ein weiterer lohnenswerter Stopp auf der Tour. Der See ist von hohen Dolomiten-Gipfeln umgeben und bietet vor allem bei klarer Sicht ein eindrucksvolles Panorama, das sich wunderbar im Wasser spiegelt. Am Ufer gibt es mehrere Cafés und Sitzgelegenheiten, wo man sich eine kleine Pause gönnen kann. Besonders beliebt ist der See bei Fotografen, da er ein klassisches Postkartenmotiv liefert. Ein kurzer Halt lohnt sich also in jedem Fall – sei es für ein Foto, einen Kaffee oder einfach nur, um die Bergkulisse in Ruhe zu genießen.

Passo tre croci – Falzaregopass – Valparola Pass
Von Misurina bis zum Grödner Joch fährt man 3 Pässe direkt nacheinander, welche alle sehr kurvenreich und schön sind. Der Passo tre croci ist ein Pass in den Ampezzaner Dolomiten und verbindet in 1809 m Höhe Cortina d’Ampezzo. Dort befindet sich gleich im Anschluss der Falzaregopass. Dieser befindet sich in der Region Venetien in der Provinz Belluno. In 2.109 m Höhe ist er zwischen den Bergen Lagazuoi und Col Gallina, dem Sasso di Stria (Hexenstein) gegenüber, eingebettet und nur wenige Kilometer südlich von der südtiroler Grenze entfernt, die man über den Valparola-Pass erreicht.
TIPP: Auf den Weg befindet sich das Restaurant und Cafe “da Strobel”, wo sich ein Stopp durchaus lohnt.

Der Valparola-Pass hat uns auf dieser Tour besonders gut gefallen, da die Straßen gut sind, kurvenreich und auch die Aussicht sehr schön ist. Der Pass befindet sich nahe der Grenze zu Südtirol und verbindet das Südtiroler Gadertal mit dem Belluno (Venetien). Von dort aus ist es nur noch ein Katzensprung zum beliebten Grödner Joch, ein Muss bei einer Motorradtour in dieser Region.


Grödner Joch
Das Grödner Joch ist ein absolutes Muss, wenn man mit dem Motorrad in Südtirol unterwegs ist. Auf 2.121 Metern Höhe verbindet es das Grödnertal mit dem Gadertal und führt auf rund 13 Kilometern durch eine der eindrucksvollsten Landschaften der Dolomiten. Die Strecke schlängelt sich zwischen den Orten Wolkenstein und Corvara hindurch und begeistert mit traumhaften Kurven und unvergesslichen Ausblicken. Im Westen ragt der mächtige Langkofel mit seiner markanten Südwand in den Himmel, während sich östlich die Gipfel des Gadertals öffnen und ein Panorama bieten, das jeden Halt wert ist. Wer das Grödner Joch nicht befährt, verpasst eines der landschaftlichen Highlights Südtirols – ein Pass, der schlicht zur Pflicht jeder Dolomiten-Tour gehört.


INFO: Die Straße zum Grödner Joch wurde repariert und ist jetzt in einen sehr guten Zustand. Nun kann man die Kurven auch genießen. Aber Achtung! Hier stellt sich die Polizei gerne in Kurven auf und macht Geschwindigkeitsmessungen. Nahezu jeder Motorradfahrer wird Opfer, da man sie schlecht erkennt und es bereits zu spät ist, sobald man sie erkennt. Daher Vorsicht walten lassen, auch wenn die Kurven zum Beschleunigen anreizen, es kann teuer werden.
Tour Erweiterung
Die vorgestellte Route lässt sich problemlos noch erweitern, denn in Südtirol reiht sich ein Pass an den nächsten und es gibt unzählige Möglichkeiten, zusätzliche Schleifen einzubauen. Allerdings raten wir persönlich eher davon ab, zu viele Abschnitte an einem Tag unterzubringen. Zwar klingt es verlockend, möglichst viele Highlights mitzunehmen, doch dabei geht schnell der eigentliche Reiz verloren: die Kurven in Ruhe zu fahren, an Aussichtspunkten innezuhalten oder einfach mal einen Kaffee mit Blick auf die Dolomiten zu genießen. Weniger ist hier definitiv mehr – und wer Lust auf noch mehr Strecke hat, sollte besser einen weiteren Tag einplanen, anstatt alles in eine Tour zu packen.
Vom Grödner Joch kann man nun wieder runter fahren und zurück ins Pustertal, oder man fährt die Südseite runter und nimmt noch das Prodoijoch mit. Nach diesem befindet man sich in Arabba und kann von dort aus zurück ins Pustertal. Diese Route lohnt sich mehr, jedoch sollte man nochmals rund eine Stunde Fahrt einplanen. Es ist die unserer Meinung nach “sinnvollste” Erweiterung der Tour, ohne dass es zu viel wird.
Falls das aber immer noch nicht genug ist, stehen noch folgende Pässe zur Verfügung:
- Würzjoch
- Sellojoch
- Furkelpass
- Staller Sattel
Auch lesenswert in unserem Magazin: Dolomiten 5 Pässe Tour
Welcher Pass in den Dolomiten ist dein Favorit und bist du die Tour sogar schon selbst gefahren? Hinterlasse uns doch einen Kommentar.




