Kurven, spektakuläre Bergpanoramen und einsame Straßen fernab vom großen Verkehr – die Strada Panoramica delle Vette im Friaul ist genau die Art von Strecke, für die sich eine Motorradtour durch die Alpen lohnt. Wir haben uns die Route selbst vorgenommen und dabei nicht nur die Panoramastraße, sondern auch einige spannende Pässe und Nebenstrecken auf dem Weg dorthin unter die Räder genommen.
Die Strada Panoramica delle vette – Einzigartige Panoramastraße in den italienischen Alpen
In diesem Beitrag nehmen wir dich mit auf unsere Tour zur Strada Panoramica delle Vette und zeigen dir, welche Route wir gewählt haben, welche Abschnitte uns besonders begeistert haben und wo du unterwegs mit engen Kehren, schmalen Straßen oder besonderen Landschaftserlebnissen rechnen solltest. Dazu gibt es praktische Tipps für die Planung – von der Anreise über die beste Streckenführung bis hin zu den Besonderheiten der Panoramastraße selbst.
Wenn du also auf der Suche nach einer abwechslungsreichen Motorradtour durch die italienischen Alpen bist, bei der nicht nur das Ziel, sondern bereits die Anreise zum Erlebnis wird, bist du hier genau richtig.
Hier geht’s zur GPX Tour auf Kurviger (nur bis zum Anfangspunkt der Auffahrt)
Anreise Strada Panoramica delle vette
Für die Anreise zur Strada Panoramica delle Vette gibt es mehrere mögliche Routen. Wir haben uns für eine Kombination aus möglichst zügiger Anreise – immerhin lagen rund 160 Kilometer vor uns – und einigen der schönsten kurvenreichen Pässe der Region entschieden.
Kreuzbergpass, Passo di Sant’Antonio, Passo del Vivione & Sella di Razzo
Die Strecke führte zunächst durch das Pustertal bis nach Sexten und anschließend über den Kreuzbergpass zum Passo di Sant’Antonio. Dieser Pass ist stellenweise recht schmal und wartet mit zahlreichen engen Spitzkehren auf. Genau das macht ihn aber so reizvoll. Die Strecke sorgt für jede Menge Fahrspaß und belohnt gleichzeitig mit beeindruckenden Ausblicken auf die umliegende Berglandschaft. Wer gerne Motorrad fährt, sollte diesen Pass auf jeden Fall in seine Tour einbauen.
Unten angekommen belohnt ein schöner Ausblick auf den Lago di Auronzo, wo sich ein kurzer Stop für eine Verschnaufpause lohnt. Im Hintergrund thronen die 3 Zinnen.



Kurze Zeit später ging es weiter über den Passo del Vivione – für uns die größte Überraschung der gesamten Anreise. Unzählige Kurven, überwiegend guter Asphalt und eine spektakuläre Aussicht machen diesen Pass zu einem echten Highlight. Obwohl wir im August unterwegs waren, also mitten in der Hauptreisezeit in Italien, herrschte erstaunlich wenig Verkehr. Statt langer Autoschlangen begegneten uns fast ausschließlich andere Motorradfahrer, wodurch sich die Strecke besonders entspannt fahren ließ.

Direkt im Anschluss folgte mit der Sella di Razzo bereits der nächste landschaftlich reizvolle Pass. Auch wenn er etwas weniger bekannt ist als andere Alpenpässe, überzeugt er mit einer ruhigen Atmosphäre, abwechslungsreichen Kurven und wunderschönen Ausblicken. Von dort aus führt die Route über kleine Bergdörfer, idyllische Nebenstraßen und durch eine herrliche Naturkulisse bis nach Tualis. Gerade dieser Abschnitt lädt dazu ein, das Tempo etwas herauszunehmen und die beeindruckende Landschaft in vollen Zügen zu genießen.

Von hier startet nun die Auffahrt zu unserem eigentlichen Ziel, der berühmten Strada Panoramica delle vette. Grund für die Tour war, da es dort eine Kilometerlange Schotterpiste geben sollte und wir etwas legal Offroad fahren wollten. Doch dem war leider nicht so, die Schotterstraße gibt es nicht mehr, diese wurde vollständig saniert und bis ganz nach oben asphaltiert.
Merkmale Strada Panoramica delle vette:
- Höhe: Führt bis auf fast 2.000 Meter über dem Meeresspiegel.
- Verlauf: Verbindet die Orte Ravascletto / Tarcetta (im Osten) mit Comeglians / Tualis (im Süden).
- Giro d’Italia-Anekdote: Die Strecke erlangte 2011 weltweite Berühmtheit, als sie beim Giro d’Italia befahren werden sollte, aber aus Sicherheitsgründen (fehlende Leitplanken an steilen Abgründen) kurzfristig aus der Etappe gestrichen wurde.
Streckencharakter:
- Auffahrt von Tualis: Sehr steile, extrem schmale Serpentinenstrecke.
- Scheitelstrecke: Ein rund 7 km langer, flacher Abschnitte direkt am Abhang.
- Abfahrt nach Ravascletto: Schmale, kurvenreiche Asphaltstraße.
Strada Panoramica delle vette geöffnet?
Ja, seit dem Juli 2025 sind die Sanierungsarbeiten abgeschlossen und die Strada Panoramica delle vette ist nun auch wieder von der Comeglians-Seite aus befahrbar. Zuvor war es lediglich möglich die Nordost-Seite zu befahren (Auffahrt von Ravascletto / Tarcetta zur Malga Chiadinas). Laut Google Maps ist die Straße noch gesperrt, das sind jedoch Fehlinformationen. Die Info, dass die Straße vollständig geöffnet ist, haben wir schon vorab vom Tourismusbüro “ Infopoint Arta Terme” erhalten.




Rückreise / Tourerweiterung
Zurück ging es etwas weiter nördlich über die SR Hauptstraße. Diese ist zwar mehr befahren, bietet weniger Kurven, ist landschaftlich aber dennoch schön und führt einen relativ zügig zurück.
In Santo Stefano di Cadore sind wir dann nach Westen abgebogen und wieder nach Auronzo (Lago di Auronzo) von dort weiter bis nach Misurina, dem Gebiet, wo sich auch die 3 Zinnen befinden, über Toblach zurück ins Pustertal. Diese Route kombinierte erneut Spaß, Kurven und zügiges vorankommen.
Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, wo sich ein Stopp lohnt
- Misurina See
- 3 Zinnen
- Toblacher See
Hier geht’s zu unserer 3-Zinnen Motorradtour
Die gesamte Tour vom Ahrntal aus und zurück betrug 330 km. Auch wenn die Kilometer nicht extrem viel klingen, so dauerte die Tour 9,5 Stunden. Mehrere Stopps, ein Mittagessen oben auf der Panoramastraße (ca 1 Stunde) und auch einige Stopps für ein Foto bzw kurze Drohnenaufnahmen machen, waren da inklusive. Es geht auch schneller, jedoch sollten mindestens 8 Stunden eingeplant werden, da sich die teils engen und kurvenreichen Straßen sehr ziehen können.
Tour-Erweiterung
Hartgesottene Tourenfahrer können über Cortina dàmpazzo den Furkelpass und noch das Sellajoch mitnehmen. Persönlich raten wir davon aber ab, da die Tour zu lang wird und man die Umgebung sowie die Sehenswürdigkeiten nicht genießen könnte. Inklusive Stopps würde diese Tour sicherlich 12-13 Stunden, wenn nicht sogar länger dauern, außer man macht einfach nur Kilometer, ohne groß Stop zu machen. Die Tour in dieser Größe beträgt über 400 km, das ist für die Südtiroler Alpenstraßen extrem viel.
Südtirol Urlaub mit dem Motorrad geplant? Dann lass dir die Strada Panoramica delle vette nicht entgehen, auch wenn diese nicht mehr zu Südtirol gehört, lohnt sich die Fahrt in die italienischen Alpen um diese traumhafte Panoramstraße zu fahren.



