Ridernav R7X Test: Moderne Motorräder verfügen immer häufiger über integrierte Navigationslösungen oder unterstützen Apple CarPlay beziehungsweise Android Auto bereits ab Werk. Bei vielen älteren Maschinen oder auch günstigeren Modellen fehlt diese Ausstattung jedoch vollständig. Genau hier setzt das Ridernav R7X an. Es ist ein Smart-Display bzw Android Auto / Apple Car Play für Motorräder. Wir haben das Gerät seit mehreren Wochen gestestet und verraten unsere Erfahrungen mit dem Ridernav R7X.
Ridernav R7X Test
Das Ridernav R7X ist ein speziell für Motorräder entwickeltes 7-Zoll-Smart-Display, das sich nahezu an jedem Motorrad nachrüsten lässt, dazu aber beim Punkt Nachteile mehr. Nach der Installation wird das Display mit dem Smartphone verbunden und ermöglicht die Nutzung von Apple CarPlay oder Android Auto. Dadurch stehen zahlreiche Apps direkt auf dem Motorrad zur Verfügung – ganz ohne das Smartphone am Lenker befestigen zu müssen. Für die Installation muss lediglich eine Stromversorgung mittels USB-Kabel hergestellt werden, oder mittels des mitgelieferten Kabel direkt an die Batterie angeschlossen werden. Letzteres ist vor allem bei einer Dauer-Montage zu empfehlen.
Mit seinem bis zu 1.200 Nits hellen IPS-Display bleibt der Bildschirm auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Gleichzeitig ist das Gerät speziell für den Einsatz auf dem Motorrad ausgelegt und widersteht Regen, Staub, Vibrationen sowie starken Temperaturschwankungen.
Vor allem Fahrer älterer Motorräder profitieren von der Nachrüstung, da sich das Motorrad ohne großen Aufwand um moderne Navigations- und Multimediafunktionen erweitern lässt. Aber auch Besitzer aktueller Maschinen können das Ridernav R7X nutzen, wenn ihr Motorrad keine integrierte Smartphone-Anbindung besitzt oder sie eine größere und flexiblere Navigationslösung bevorzugen.


Funktionen des Ridernav R7X
Die wichtigste Funktion des Ridernav R7X ist die Nutzung von Android Auto und Apple CarPlay. Dadurch stehen nahezu alle kompatiblen Smartphone-Apps direkt auf dem Display zur Verfügung.
Besonders interessant ist dies für Motorradfahrer, die spezielle Navigations-Apps verwenden. Neben klassischen Anwendungen wie Google Maps oder Apple Karten lassen sich beispielsweise auch Calimoto, Ridelink, Cardo Ride oder viele weitere Touren- und Navigations-Apps nutzen. Da das Ridernav R7X selbst keine eigene Navigation besitzt, bleibt der Fahrer flexibel und kann jederzeit seine bevorzugte App verwenden.
Neben der Navigation bietet das Display zahlreiche weitere Funktionen. Musik kann bequem über das verbundene Headset gesteuert werden, eingehende Anrufe lassen sich direkt am Display annehmen oder ablehnen und auch Benachrichtigungen können angezeigt werden.
Das integrierte GPS liefert zusätzlich eine sehr präzise Geschwindigkeitsanzeige und zeichnet Fahrdaten auf. Im Dashboard werden außerdem wichtige Informationen wie Fahrzeit, Batteriespannung und Höhenmeter dargestellt.
Wer noch mehr Informationen während der Fahrt erhalten möchte, kann das Ridernav R7X mit optional erhältlichen Reifendrucksensoren kombinieren. Dadurch wird der aktuelle Reifendruck direkt auf dem Display angezeigt, wodurch sich Druckverluste frühzeitig erkennen lassen.
Auch die Bedienung wurde konsequent auf Motorradfahrer abgestimmt. Das Display lässt sich mit Handschuhen bedienen, verbindet sich nach dem Einschalten automatisch mit dem Smartphone und kann dank Schnellverschluss-Halterung in wenigen Sekunden vom Motorrad abgenommen werden.




Alle Funktionen auf einen Blick
- 7-Zoll IPS-Touchdisplay (1280 × 720 Pixel)
- Sehr helles Display mit 1.200 Nits für gute Ablesbarkeit bei Sonnenlicht
- Apple CarPlay und Android Auto
- Navigation über Smartphone-Apps (z. B. Google Maps, Apple Karten, Waze)
- Musiksteuerung direkt über das Display
- Anrufe annehmen und beenden
- Anzeige von Benachrichtigungen (iOS)
- Steuerung kompatibler Action-Kameras (DJI, GoPro, Insta360)
- Schnellverschluss-Halterung zum einfachen Abnehmen des Displays
- Universelle Montage für nahezu alle Motorräder
- Robustes IP69K-Gehäuse (staub- und wasserdicht)
- Integriertes GPS zur Aufzeichnung von Fahrdaten
- Ridernav OS mit motorradoptimierter Benutzeroberfläche
- Fahrdashboard mit:
- Geschwindigkeit
- Fahrzeit
- Batteriespannung
- Höhenmeter
- Reifendruck (optional mit Ridernav -TPMS)
- OTA-Firmware-Updates (Over-the-Air per WLAN)
- Bluetooth 5.0
- WLAN (2,4 & 5 GHz)
- SD-Kartensteckplatz für Firmware-Updates
- Betrieb über 12–18 V Bordspannung oder USB-C
- Kompatibel mit Bluetooth-Headsets für Sprachansagen
- Automatische Verbindung mit dem Smartphone nach dem Einschalten
- Für Handschuhbedienung und den Einsatz bei Regen, Hitze und Kälte ausgelegt.


Das Ridernav R7X lässt sich auch im Auto verwenden. Ob das sinnvoll ist, muss jeder für sich selbnst entscheiden.
Erfahrungen mit dem Ridernav R7X
Wir konnten das Ridernav R7X über einen längeren Zeitraum im Alltag sowie auf mehreren Motorradtouren testen (verwenden es nach wie vor). Dabei lag der Fokus vor allem auf der Navigation mit Calimoto, der Displayqualität und der allgemeinen Bedienung während der Fahrt.
Positives
Besonders positiv fiel die Geschwindigkeit des Systems auf. Das Display reagiert jederzeit flüssig auf Eingaben und es sind praktisch keine Verzögerungen spürbar. Auch beim Wechsel zwischen verschiedenen Apps oder Menüs arbeitet das Gerät schnell und zuverlässig. Es bedarf nur wenige Minuten Eingewöhnung, um die Anordnung zu verstehen.
Ein weiteres Highlight ist das Display. Mit einer Helligkeit von bis zu 1.200 Nits bleibt der Bildschirm selbst bei direkter Sonneneinstrahlung hervorragend ablesbar. Gerade bei Motorrad-Navigationsgeräten ist dies einer der wichtigsten Punkte, da Spiegelungen oder zu dunkle Displays schnell störend werden können. Hier hinterlässt das Ridernav R7X einen sehr guten Eindruck.
Während unseres Tests kam überwiegend Calimoto zum Einsatz. Die App lief jederzeit stabil und ohne Abstürze oder Verbindungsprobleme. Auch andere Funktionen von Android Auto beziehungsweise Apple CarPlay funktionierten zuverlässig.
Ebenfalls überzeugend ist die kurze Startzeit. Muss unterwegs beispielsweise an einer Tankstelle der Motor ausgeschaltet werden, ist das Display nach dem erneuten Start innerhalb weniger Sekunden wieder einsatzbereit. Bereits nach ungefähr zehn Sekunden steht die Navigation wieder zur Verfügung, sodass keine langen Wartezeiten entstehen.
Praktisch sind außerdem die zusätzlichen Informationen, die das Gerät bereitstellt. Höhenmeter, Batteriespannung und die sehr genaue GPS-Geschwindigkeitsanzeige sind zwar keine unverzichtbaren Funktionen, im Alltag aber durchaus nützliche Ergänzungen.


Negatives
Ganz ohne Kritikpunkte kommt das Ridernav R7X allerdings nicht aus.
Etwas unverständlich sind die bereits vorinstallierten Spiele auf dem Gerät. Diese lassen sich nicht entfernen und bieten auf einem Motorrad-Navigationsdisplay keinen wirklichen Mehrwert. Hier wäre es sinnvoller gewesen, den verfügbaren Speicher ausschließlich für motorradrelevante Funktionen zu nutzen.
Ein weiterer Punkt, der zu erwähnen ist, ist der fehlende Akku. Sobald die Stromversorgung getrennt wird, schaltet sich das Gerät sofort vollständig aus. Ein kleiner integrierter Akku, der das Display für einige Minuten weiterlaufen lässt, wäre insbesondere bei kurzen Stopps oder beim Tanken eine sinnvolle Ergänzung gewesen. Da die Routenplanung etc. aber ohnehin am Smartphone erfolgt und das Display den Bildschirm lediglich spiegelt, ist ein fehlender Akku nicht ganz so schlimm.
Ebenfalls schade ist, dass das Ridernav R7X ausschließlich im Querformat genutzt werden kann. Ein Hochformatmodus wäre insbesondere für viele Navigations-Apps durchaus praktisch und würde den sichtbaren Kartenausschnitt in Fahrtrichtung vergrößern. Aktuell wird diese Funktion jedoch nicht unterstützt. Es würde bei manchen Motorrädern, so wie bei der CFMOTO 675 NK, wo das Platzangebot begrenzt ist, auch deutlich eleganter aussehen.

Unterschied zwischen Ridernav R7X und Ridernav R7M
Technisch unterscheiden sich das Ridernav R7X und das Ridernav R7M nur in wenigen Punkten. Die Hardware sowie die meisten Funktionen sind bei beiden Geräten identisch.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Zielgruppe. Das Ridernav R7M wurde speziell für BMW-Motorräder entwickelt, die über die BMW Navigator-Halterung (Nav Cradle) verfügen. Das Gerät wird direkt in die originale Halterung eingesetzt und kommuniziert nativ mit dem Motorrad.
Dadurch kann das Ridernav R7M bequem über das BMW Wonder Wheel gesteuert werden. Zusätzlich erhält der Fahrer Zugriff auf das Ridernav -Betriebssystem mit den BMW-spezifischen Fahrzeuganzeigen und Informationen, die über die Verbindung mit dem Motorrad bereitgestellt werden.
Das Ridernav R7X hingegen ist die universelle Variante für nahezu alle Motorräder. Es wird über die mitgelieferte Halterung montiert und bietet dieselben Smart-Display-Funktionen mit Android Auto und Apple CarPlay, verzichtet jedoch auf die direkte Integration in das BMW-Fahrzeugsystem und die Bedienung über das Wonder Wheel.
Wer also ein BMW-Modell mit Navigator-Halterung besitzt, profitiert vom höheren Bedienkomfort des R7M. Für alle anderen Motorräder ist das Ridernav R7X die passende Wahl.
Fazit:Ridernav R7X Test
Das Ridernav R7X hat uns im Test positiv überrascht und konnte vor allem durch seine flüssige Bedienung, das hervorragend ablesbare Display und die zuverlässige Funktion überzeugen. Die Integration von Android Auto und Apple CarPlay eröffnet zahlreiche Möglichkeiten und macht das Gerät zu einer echten Aufwertung für nahezu jedes Motorrad, oder auch Auto.
Obwohl die serienmäßige Navigation über Google Maps bei der CFMOTO für einfache Strecken von A nach B bereits sehr gut funktioniert, bietet das Ridernav R7X mit speziellen Motorrad-Navigations-Apps wie Calimoto einen deutlichen Mehrwert. Gerade bei kurvenreichen Touren oder individuell geplanten Strecken möchten wir auf diese Möglichkeiten nicht mehr verzichten. Für solche Einsatzzwecke nutzen wir das Ridernav R7X auch weiterhin regelmäßig.
Die wenigen Kritikpunkte fallen im Gesamtbild kaum ins Gewicht. Wer ein hochwertiges Smart Display für sein Motorrad sucht und moderne Navigations-Apps komfortabel nutzen möchte, erhält mit dem Ridernav R7X ein ausgereiftes Gesamtpaket. Von uns gibt es daher eine klare Kaufempfehlung.
Welche Erfahrungen mit dem Ridernav R7X hast du gemacht? Hinterlasse doch einen Kommentar!



